In den Arbeiten der in Berlin geborenen Künstlerin Franziska Wolff reagiert nur scheinbar der Zufall. Das herausragende Farbverständnis und das natürliche Gespür für gegenstandslose Kommunikation geben den Werken, in aller Expressivität, einen fragilen bis dominanten Ausdruck. In leutenden Farben wird dieses sensible Verständnis für die Zeit und ihren Geist in vielen Schichten auf Leinwand gebannt. So entwickeln die Kompositionen bei näherem Hinschauen ein Eigenleben, das weit über eine abstrakte Formensprache hinausgeht.

Bereits vor sechs Jahren stellte KUNSTMASSNAHMEN die blutjunge Künstlerin in Heidelberg aus. Damals präsentierten sich die durch Tusche auf Papier gebannten Arbeiten vom Gegenstand losgelöst und teilweise vom Zufall dominiert. Im Mai 2017, kurz vor Eintritt in die Meisterklasse der Karlsruher Akademie der Künste, zeigt Franziska Wolff eine neue Seite der Abstraktion. Durch ihre Experimente mit neuen Materialien und Techniken werden die künstlerischen Schaffensphasen in Frage gestellt und Prozess und Vollendung neu definiert. Dadurch schafft sie es, in einer undefinierten Sprache Lebensfreude auszudrücken, Lebensfragen zu stellen und gespannt auf die Zukunft zu machen.

 

Florence Fischer, Kunsthistorikerin, Mai 2017